Geschichte

Von den Anfängen bis heute

Die Anfänge — ältester Ort an der Müritz

Vipperow wurde bereits 1178 urkundlich erwähnt — in einer Urkunde, in der Papst Alexander III. das Bistum Schwerin bestätigte. Damit ist das ursprünglich slawisch besiedelte Dorf der älteste Ort in der gesamten Region um die Müritz.

Ende des 12. Jahrhunderts war Vipperow als Zentrum des „terra Veperowe” bedeutender als die heutigen Städte Waren (Müritz) oder Röbel/Müritz. Reste von Burganlagen nördlich des Dorfes sowie der Burgwall auf der Insel in der Kleinen Müritz zeugen von dieser einstigen Bedeutung. Bei Grabungen konnten drei nebeneinander liegende Häuser aus slawischer Zeit gesichert werden — Blockbauten und Flechtwandhäuser aus der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts, die durch einen Brand zerstört wurden.

Die hier gefundenen Keramikteile waren so bedeutsam, dass ein ganzer elbslawischer Keramikstil nach dem Dorf benannt wurde: die Vipperower Keramik.

Um 1300 entstand die Vipperower Dorfkirche — eine frühgotische Feldsteinkirche und eine der ältesten Kirchen der Region. Mehr zur Kirche und ihrer Ausstattung unter Dorfkirche.

Dreißigjähriger Krieg und Wiederaufbau

Der Dreißigjährige Krieg (1618–1648) traf Vipperow schwer: Das Dorf verlor zwei Drittel seiner Einwohnerschaft und erholte sich danach nur langsam. Die Folgen des Krieges prägten die Region über Generationen.

Im Jahr 1804 wurde das gesamte Dorf an die Herzogliche Kammer übergeben — ein Wendepunkt in der Besitzgeschichte Vipperows.

Zwischen 1843 und 1846 wurde der Erddamm zwischen Vipperow und Vietzen als Teil eines Chaussee-Baus in den Großherzogtümern Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz errichtet. Der Bau verschlang die damals gewaltige Summe von 43.000 Talern und ermöglichte erstmals eine feste Überquerung des Müritzarmes.

DDR-Zeit, Friedenskreis und die Wende

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Landwirtschaft in Vipperow wie in ganz Mecklenburg kollektiviert. Das Dorf wurde Teil einer Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG).

Eine besondere Rolle spielte Vipperow in der Friedensbewegung der DDR: Im Pfarrhaus (erbaut 1819) gründete sich 1988 der „Vipperower Friedenskreis” unter Leitung des Pfarrers Markus Meckel. Meckel wurde später der letzte Außenminister der DDR-Regierung und war Mitbegründer der SDP/SPD in der DDR. Der Friedenskreis schrieb damit ein Stück deutsche Geschichte.

Auch der Schauspieler Manfred Krug, der 1977 aus der DDR nach Westdeutschland übergesiedelt war, besaß in Vipperow ein Grundstück, das er im Zuge seiner Übersiedlung an die Gemeinde abgab.

Vipperow heute — Ortsteil der Gemeinde Südmüritz

Zum 26. Mai 2019 fusionierte Vipperow mit der Nachbargemeinde Ludorf zur neuen Gemeinde Südmüritz. Letzter Bürgermeister der eigenständigen Gemeinde war Jürgen Schulz. Bürgermeister der Gemeinde Südmüritz ist Olaf Schröder. Zur Gemeinde gehören die Ortsteile Gneve, Ludorf, Solzow, Vipperow und Zielow.

Vipperow wird vom Amt Röbel-Müritz verwaltet und liegt an der Bundesstraße 198 von Plau am See nach Neustrelitz — der wichtigsten West-Ost-Verbindung im Süden des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte. Die nächste Autobahn-Anschlussstelle (A 19, Röbel/Müritz) ist etwa 16 Kilometer entfernt.

Heute setzt Vipperow verstärkt auf Tourismus: Das Gutshaus Solzow wurde zur Schlosspension umgebaut, der Fischerhof an der Kleinen Müritz bietet Ferienwohnungen, Bootsverleih und frischen Fisch, und der Straußenhof Brandt lockt mit seinem Hofladen und Führungen. Die alte Dorfstraße führt zum Dorfplatz mit der historischen Feldsteinkirche — dem Herzstück des Dorfes.

Wappen und Flagge

Die Gemeinde Vipperow führte Wappen, Flagge und Dienstsiegel. Das Wappen wurde durch den Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern am 4. Februar 2003 genehmigt und unter der Nr. 275 der Wappenrolle des Landes Mecklenburg-Vorpommern eingetragen.

Wappen der Gemeinde Vipperow
Wappen
Flagge der Gemeinde Vipperow
Flagge

Wappenbeschreibung: „Unterm grünen Schildhaupt in Gold über einem blauen Schildfuß ein laufender schwarzer Eber mit silberner Bewehrung.”

Flaggenbeschreibung: „Die Flagge der Gemeinde ist quer zur Längsachse des Flaggentuchs von Grün, Gelb und Blau gestreift. Der grüne und der blaue Streifen nehmen jeweils ein Viertel, der gelbe Streifen nimmt die Hälfte der Länge des Flaggentuchs ein. In der Mitte des gelben Streifens liegt das Gemeindewappen, das zwei Drittel der Höhe und ein Drittel der Länge des Flaggentuchs einnimmt. Die Länge des Flaggentuchs verhält sich zur Höhe wie 5:3.”

Quelle: Wikipedia — Vipperow, Lizenz: CC BY-SA 4.0. Wappen und Flagge: gemeinfrei (amtliche Werke gem. § 5 UrhG).